Kopfbild2

Die Samaingemeinschaft – Ein Leben in Verbindung

a0 Seite 1 Miteinander in der Natur 2018Wie immer erfüllt uns das Erlebte mit großer Dankbarkeit. Und wir sind voller Vorfreude und Spannung, was das neue Jahr bringen wird. Danke allen, die im vergangenen Jahr mitgewirkt und sich an den vielen Angeboten und Erlebnissen beteiligt haben. Es gibt soviel zu tun. Das Ausmaß der Umweltzerstörung wächst von Jahr zu Jahr. Durch riesige Windradparks, ausufernde Industriegebiete in allen Gemeinden sowie unsinnige Siedlungsprojekte und den suchthaften Computer- und Handygebrauch entfernen sich die Menschen und besonders die Kinder in rasender Geschwindigkeit von der Natur und verlieren jeglichen Kontakt zum Wesentlichen. Wenn nicht viele Menschen sich gerufen fühlen aufzuwachen und an einer größeren Vision mitzuwirken, wird uns sehr bald der Platz zum Leben in aller Menschlichkeit verloren gehen.

 

Euer Samainhofteam

 

Hier einige Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Samainhofs und einige Höhepunkte aus 2017:

 

 

Samain war das wichtigste Fest im Jahreslauf unserer Vorfahren, der Kelten. In der Nacht vom 31.Oktober zum 1. November trafen sie sich in dem Versuch, in symbolischen Handlungen die Gegensätze zu vereinen, die verschiedenen Elemente zu versöhnen, das Gleichgewicht in der Welt zu erkennen. Die Samainnacht schuf Raum für ihre Sehnsucht nach Heil-Sein, um dann wieder auseinander zu gehen, ausgesöhnt mit unserer Erbärmlichkeit, demütig, humorvoll, milde, menschlich, bescheiden, in dem Wissen, dass der Traum vom Eins-Sein immer wieder in die Einseitigkeit stürzen muss. Samain beschreibt eine innere Haltung, uns mit allen Aspekten des menschlichen Seins anzufreunden und auszusöhnen. Diese Sichtweise eines Naturvolkes beeindruckt uns.

 

Die Anfänge der Samainarbeit reichen mehr als 30 Jahre zurück. Über die therapeutische Arbeit des Visionärs und Psychotherapeuten Sepp Schleicher lernten sich Menschen kennen, die auf der Suche nach einem erfüllteren Leben an seinen Seminaren oder Gruppen teilnahmen. Neben der Psychotherapie legte er besonderen Wert auf den gruppentherapeutischen Prozess in seinen Seminaren und Wochengruppen. Der Gemeinschaftsgedanke, die gegenseitige Hilfe in allen Lebenslagen, das Anteil nehmen an dem Wohlergehen der anderen Gruppenteilnehmer, die Freundschaftspflege sind wesentliche Schwerpunkte seiner Arbeit. Er war überzeugt, dass die Seele nur dann heilen kann, wenn der Mensch wieder aus der Vereinzelung herausgeholt wird und Werte von Miteinander, Mitgefühl und gegenseitiger Hilfe zu schätzen lernt. Auf diesem Hintergrund erwuchsen stabile Freundeskreise, die sich gegenseitig halfen und unterstützten, füreinander einstanden, wenn der Einzelne in Schwierigkeiten war, gemeinsame Unternehmungen starteten, sich austauschten und miteinander feierten. Es ist tröstlich Freunde zu haben, denen man sich mit allem zeigen kann, auch mit seinen Schwierigkeiten und Nöten, und vor denen man auch seine dunklen Seiten nicht verbergen muss.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der therapeutischen Arbeit ist die Verbindung zur Natur. Sepp, der selber seit 35 Jahren mit seinen Tieren auf einem Einödhof lebt, wusste aus eigener Erfahrung, wie wesentlich und heilsam das regelmäßige Sein in der Natur ist, und wie sehr der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts darunter leidet, keinen Kontakt mehr zur Erde und den Tieren zu haben, keine Verpflichtung anderen Mitgeschöpfen gegenüber eingehen zu müssen. Neben seinem unermüdlichen Bestreben, seine Klienten zu menschenwürdigeren Lebensformen auf dem Land und in Wohngemeinschaften zu unterstützen, integrierte er nach einigen Jahren seine Erfahrungen mit den Islandpferden in seine therapeutische Arbeit und begann jährliche Sommerseminare anzubieten, in denen neben der psychotherapeutischen Arbeit das Pferd als Heiler mit einbezogen wurde.

Der Kontakt zu den Pferden und das Miteinander-Sein in der Natur veränderte erneut das Lebensumfeld vieler Gruppenmitglieder. Es entstanden Weidegemeinschaften zwischen denen, die sich eigene Pferde angeschafft hatten. Man plante gemeinsame Ausritte und Zusammenkünfte auf den Weiden. Grillfeste, Sitzen am Lagerfeuer, Übernachten in der Natur bei den eigenen Pferden gehörten jetzt zu einer neuen Lebensqualität. Vor allem die Verantwortung für ein eigenes Pferd brachte eine immense Tiefe in das Leben der neuen Pferdebesitzer. Es mussten Zäune und Hütten gebaut werden. Man musste misten und die Weiden pflegen, für die Gesundheit der Pferde sorgen, Heu machen und vieles mehr. Je befriedigender das Lebensumfeld wurde, umso drängender stellte sich die Frage nach einem beruflichen Umfeld, in dem man sich ausdrücken und verwirklichen konnte. Durch die Unterstützung in den regelmäßigen Wochengruppen oder Seminaren wagten viele nun den Sprung in neue, lebensnähere und menschlichere Arbeitsplätze oder in die Selbständigkeit. Immer deutlicher konnte man sehen, dass die Seele nicht an irgendwelchen psychischen Krankheiten leidet, sondern die Menschen immer glücklicher und zufriedener wurden, je mehr sich ihr Lebensumfeld und ihre Lebens- und Arbeitsqualität verbesserten.

Während der Sommerseminare wurde die heilende Wirkung des Lebens in der Gemeinschaft deutlich. Ähnlich wie Naturvölker viele psychische Erkrankungen gar nicht kennen, weil sie sich eingebunden in ihre Lebensgemeinschaft fühlen, stellten die Teilnehmer oft fest, dass viele Ängste und Probleme sich von alleine lösten durch dieses Miteinander sein. Die Rückkehr in die Vereinzelung wurde immer unerträglicher und lebensfeindlicher erlebt. Und der Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Lebensform nahm mehr und mehr Gestalt an.

„ In der Tiefenökologie fragen wir, ob die gegenwärtige Gesellschaft menschliche Grundbedürfnisse wie Liebe, Sicherheit und Zugang zur Natur befriedigt. Wenn Menschen geholfen wird, sich auf positive Art und Weise mit der Natur zu identifizieren, wenn sie tief in ihrer Seele erfahren, dass sie ein Teil der Natur sind, dann bedeutet handeln zum Schutz der Natur kein Opfer mehr, es ist selbstverständlich, wie die Verteidigung des eigenen Lebens.“
Theo Gottwald, Tiefenökologe

Durch die langjährige und konsequente Arbeit an der eigenen Psyche wuchs zudem ein enormes Potential an therapeutischen Fähigkeiten und ökologischem Bewusstsein. Das Bedürfnis, erworbenes Wissen an andere weiter zu geben, mündete in die Ausbildung zum Samaintherapeuten. Eine Reihe hochqualifizierter Menschen sind aus diesen Ausbildungsgruppen inzwischen hervorgegangen, deren Angebote sich hier in unserem Programmteil wiederfinden.

 

Seit 2001 nun gibt es den Samainhof, mit dem sich die jahrelange Vision von Sepp Schleicher und der Menschen aus dem Samainkreis verwirklicht hat. Nachdem der Bau der Häuser abgeschlossen war, begann sofort ein reiches therapeutisches Kursangebot zu entstehen, das von Jahr zu Jahr wachsendes Interesse findet. Auch der Traum von einer integrativen, Generationen übergreifenden, naturverbundenen Lebensgemeinschaft und –schule ist Wirklichkeit geworden – mittlerweile leben am Samainhof 34 Menschen zwischen 10 und 72 Jahren, davon eine Frau mit einer Querschnittlähmung. Die Tiere sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Zum Hof gehören 80 Islandpferde, Ziegen, Katzen, ein Hund, viele Hühner und eine kleine Herde schottischer Hochlandrinder. Der bewusste und achtsame Umgang mit der Natur und mit ihren Ressourcen spielen am Samainhof eine große Rolle: Das Gemeinschaftshaus wurde in Stroh–Lehm-Bauweise errichtet. Der Hof wird über Hackschnitzelheizungen versorgt. Mehrere Zisternen speichern Brauchwasser. Und die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Solaranlage. Für 12 weitere Bewohner wurde ein „Sonnenhaus“ errichtet, ein Niedrigenergiehaus, dessen Jahres-Primärenergiebedarf von 5 bis 15 kWh pro m² Gebäudenutzfläche den eines Passivhauses mit Klimakompaktgerät oder elektrischer Wärmepumpenheizung etwa um das Vierfache unterschreitet. Mit seinen über 600qm Wohn- und Nutzfläche ist es das größte Sonnenhausprojekt in Deutschland und das erste im Landkreis Neumarkt. Das Sonnenhaus am Samainhof bietet über Jahrzehnte die Perspektive niedriger Heizkosten und einer weitgehenden Unabhängigkeit von Energiekrisen und trägt in Zeiten des Klimawandels zur Erhaltung unseres Klimas bei. Markus Heinrich, seit 20 Jahren Experte auf dem Gebiet erneuerbarer Energien, hat dieses Projekt mit seiner Heizungsbaufirma realisiert und berät Sie gerne. Nähere Informationen über seine Firma erhalten Sie auf seiner Homepage www.heinrich-solar.de. Im Sonnenhaus befindet sich auch unser wunderschönes, lichtdurchflutetes Cafe, das schon eine Vielzahl an Veranstaltungen und traumhaften Festen erlebt hat. Ein großer Teich mit Schilfgürtel klärt das Wasser aus den Versickerungsgräben und wurde als Biotop und Lebensraum für Pflanzen und Tiere angelegt. Ein 5 Meter breiter Hecken– und Baumgürtel umspannt den Hof und bietet Lebensraum für viele Vögel und Insekten und integriert alte heimische Hecken und Obstbäume wieder ins Landschaftsbild. Eingekauft wird bei biologischen Betrieben. Das Fleisch stammt von den artgerecht gehaltenen Rindern. Und auch das Cafe und die Seminarbewirtung nutzen ökologische Produkte.

Die wichtigste Grundlage des Zusammenlebens am Samainhof ist das gemeinsame Wachsen, das sich anschauen und spiegeln lassen, die intensive Selbsterfahrung mit verschiedenen Formen der Psychotherapie. Neben der regelmäßig stattfindenden  Hof-Supervision, in der Konflikte der Samainlebensgemeinschaft geregelt werden und an der Weiterentwicklung jedes einzelnen Mitgliedes und des Gesamtprojektes gearbeitet wird, sind die Psychotherapie-Seminare von Sepp das Herzstück der Samainarbeit. Diese Bereitschaft, sich immer wieder rückhaltlos zu zeigen, immer wieder um den Kontakt zu sich und zu den anderen zu ringen, ist die Grundbedingung für jeden, der am Gemeinschaftsleben teilhaben oder sein Pferd hier einstellen möchte. Die meisten Lebensgemeinschaften zerbrechen über kurz oder lang, weil die Bereitschaft zur regelmäßigen Supervision fehlt, und unausgetragene Konflikte und Machtkämpfe die Arbeit derer zunichte machen, die liebevoll einem größeren Ganzen gedient hatten. Dass die meisten Mitbewohner sich seit mehr als 20 Jahren kennen, miteinander arbeiten und im Frieden miteinander leben, ist der beste Beweis, dass dieses Konzept erfolgreich ist.

Die von allen geschätzte freundliche Atmosphäre hier am Samainhof, in der jeder bemüht ist, sein Bestes zu geben, in Freundschaft zu leben, in innerem Frieden mit sich zu sein und das Leben zu feiern, ist nur durch diese konsequente Arbeit möglich geworden. Die Liebe zum Dasein, zur Natur, zum Menschsein hier auf der Erde ist das, was den Hof und seine Bewohner beseelt, und wofür diese all die vielen Jahre in Selbsterfahrungsgruppen, in Supervisionen und Seminaren gesucht und geforscht hatten. Jeder bringt hier ganzen Einsatz und gibt alles, was er hat. Bestens qualifizierte Menschen, oft mit mehreren Zusatzausbildungen, schaffen diese einzigartige Atmosphäre, in der jeder Besucher unmittelbar in Berührung mit seinem Potential, mit seinen Sehnsüchten und Träumen, aber auch mit seinem Weh kommt. Was hier geschaffen wurde ist ein Leben in Verbundenheit, ein Weg aus der Getrenntheit und Vereinsamung hinein in ein Leben des Miteinanders und des Mitleidens.

Wenn man heute auf die Hofanlage blickt, könnte der eine oder andere denken, dass wir reich sind. Wahr ist aber, dass wir Schulden haben bei der Bank und dass jeder von uns einen großen Teil seines Ersparten in den Hof investiert hat. Das hat aber nur zur Hälfte gereicht. Für die andere Hälfte haben wir größere Kredite aufgenommen, die jeder von uns monatlich abzahlen muss. Darüber hinaus gehört uns der Hof gar nicht mehr. Wir haben ihn der Samain-Stiftung geschenkt, deren Ziel es ist, alles an die kommende Generation weiterzugeben.

Insgesamt besteht der Kreis von Menschen, die die Samainidee unterstützen und weiter tragen, aus mehr als 100 Menschen. Die Bewohner der Hofgemeinschaften in Hackelsberg, in Vilshofen/Niederbayern und in Stöckelsberg bei Altdorf gehören seit vielen Jahren zum Samainkreis und sind mit ihren Angeboten in unserem Samainhofprogramm vertreten.

Vor allem tierischen Zuwachs hat unsere Hofgemeinschaft in diesem Jahr bekommen. Ein Zuwachs, über den wir uns Tag für Tag freuen. Da sind zunächst unsere beiden Eselinnen Toni und Emma, die unser Immenhofidyll vollständig machen. Sie haben einen wundschönen Stall vor unserer Rundhalle bekommen und begrüßen jeden großen und kleinen Besucher mit ihrer freundlichen und vertrauensvollen Art. Vor allem die Kindergartenkinder haben mit den beiden das Grosse Los gezogen. Denn regelmäßig begleiten die beiden Eseldamen die Kinder auf ihrer Wanderung hoch zum Baumhaus oder leisten ihnen beim Spielen im Obstgarten Gesellschaft, wo sie mit Begeisterung gestreichelt und gestriegelt werden.

Dann erfreut sich der Samainhof an vier stattliche Pfauen, die das Hofbild ungemein bereichern, indem sie majestätisch über den Hof spazieren, sich in den Fensterscheiben bewundern, quer über den Hof fliegen und sich einen Aussichtspunkt auf den Dächern oder in den Bäumen suchen und uns am morgen mit ihrem durchdringenden Ruf wecken.

Ein großartiges Team von Kindern und Jugendlichen, welches seine Freizeit bei seinen Pflegepferden und am Hof verbringt, unterstützt die Arbeit auf dem Samainhof. An den Schnuppersonntagen sind sie da und ermöglichen Kindern und Neulingen die Freude auf dem Rücken der Pferde oder begleiten ängstliche Reiter bei Ausritten. Sie sind immer da, wenn sie gebraucht werden, entwickeln sich zu brillanten Reiterinnen und haben eine erfüllende Aufgabe gefunden, mit der sie sich ganz nebenbei die Teilnahme an Reitstunden ermöglichen.

 

a0 Seite 4 Kindergarten Samainhof

Im Natur- und Waldkindergarten erleben die Kinder unter freiem Himmel mit all ihren Sinnen die Jahreszeiten, die Tiere, den Wald mit seinen Bäumen und Pflanzen, Wiesen und Felder, Erde und Steine. Wie wichtig die Angebote des Natur- und Waldkindergartens für die Kinder sind, belegt unter anderem eine neurobiologische Studie, aus der hervorgeht, dass die so genannte Hyperaktivität eine Zivilisationskrankheit ist. Unsere Umwelt ist dem natürlichen Energiefluss eines Kindes nicht mehr gewachsen. Statt ihm Ausdrucksmöglichkeiten zu verschaffen schränken wir im Zeitalter von Computer und Handy den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder stark ein und erzeugen so Symptome wie die der „Hyperaktivität“. Dieser Hilferuf der kindlichen Seele wird dann häufig mit Medikamenten wie Ritalin zum Schweigen gebracht. Die überbordende und freudige Lebensenergie von Kindern wird unterdrückt und „beruhigt“ und zur Krankheit erklärt. Im Natur- und Waldkindergarten finden die Kinder unerschöpfliche Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang zu stillen und ihre natürliche Lernbereitschaft und Neugierde zu entfalten. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass Schulkinder, die unseren Kindergarten besucht haben, mühelos zu selbstbewussten, kreativen und intelligenten Menschen heranreifen, die auch in der Schule bestehen. Wie spielerisch die Integration von Kindern anderer Nationalitäten gelingt, zeigt der Besuch von amerikanischen Kindern des nahe gelegenen Truppenübungsplatzes Hohenfels. Ganz leicht finden die Kinder Möglichkeiten sich jenseits der Sprache zu verständigen.

Mit der Wildnispädagogikausbildung von Damaris Rogelj, Mitbewohnerin, Mitarbeiterin des Kinderkartens und Mutter von drei Kindern, sehen wir unser Anliegen Kinder und Erwachsene wieder zurückzubringen in die Natur, aufs Wertvollste unterstützt.

 

Ähnlich positive Resonanz erfährt die intensive Zusammenarbeit mit der forensischen Klinik Regensburg, die bereits seit sechs Jahren stattfindet. Regelmäßig kommen Patienten der Klinik an den Hof und nehmen an der therapeutischen Pferdearbeit im Picadero unter der fachkundigen Anleitung von Ursula Wohlfahrt teil. Durch die einfühlsame Anleitung und Reflexion wird eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Problematik möglich, wodurch tiefe therapeutische Prozesse in Gang kommen. Auch hier beobachten wir, wie stark die Natur und die Tiere wirken und wie groß das Bedürfnis nach Bodenhaftung und nach einfacher, konkreter Arbeit bei allen Beteiligten ist.

 

a0 Seite 5 Jugendprojekt Samainhof

Die Integration der Jungs, die über freie Erziehungsstelle des pädagogischen Zentrums Parsberg und einer ISE Maßnahme bei uns am Hof leben, ist gelungen.

Sie genießen den Kontakt zu den anderen Kindern am Hof und tragen durch ihr hier sein zu einem ganz neuen Dorfleben bei. Mit den anderen hier lebenden Jungs entstehen ganz selbstverständlich gemeinsame Unternehmungen. Es wird gemeinsam Fußball gespielt. Man unternimmt Ausflüge, trifft sich und spielt zusammen, schaut sich gemeinsam Filme an, so wie viele von uns es von früher kennen. Der ausgewiesene Spezialist für Menschen mit Bindungsstörungen, Herr Scheurer-Englisch, begleitete von Beginn an die Pflegeeltern in Supervisionen bei Ihrer Arbeit. Bei einem Besuch auf dem Samainhof war er sichtlich bewegt und äußerte mehrfach den höchsten Respekt für die großartige Arbeit, die das therapeutische Gesamtkonzept des Samainhofes ermögliche. In seiner jahrelangen Tätigkeit habe er eine so grundlegende Veränderung bei Kindern mit Bindungsstörungen nie erlebt.

a0 Seite 5 Sepp Schleicher Väterlichkeit

 

Auch unsere Kinderfreizeiten sind ein großer Anziehungspunkt. Auch hier fließen natürlich unsere Einsichten und Erfahrungen ganz selbstverständlich mit ein. Gut, dass es so viele Eltern gibt, die ihren Kindern diesen heilsamen Ausgleich zu den übermäßigen Leistungsanforderungen der Schule gönnen und ermöglichen. Es gibt nichts Besseres, als durch einen warmen Pferdekörper und die Bewegungen eines Pferdes vom Kopf in den Körper geholt zu werden und Zeit in der Natur zu verbringen. Man sieht es den weichen und glücklichen Gesichtern der Kinder an, wie wohl ihnen das tut. Neben den Freizeiten mit Pferden sind die wildnispädagogischen Freizeiten immer mehr gefragt. Das Besondere ist hier der kontinuierliche Aufenthalt in der Natur. Mehrere Tage verbringen die Kinder ihre Zeit mitten im Wald, wo auch unser Baumhaus gebaut wurde. Sie übernachten unter freiem Himmel – oder bei Regen im Baumhaus – entfachen sich zum Frühstück ein Feuer, an dem sie sich ihren Tee warm machen und entdecken den ganzen Tag lang die Wunder, die die Natur dem schenkt, der sich Zeit nimmt ihr zu lauschen und Zeit in ihr zu verbringen. Danke an Damaris, die sich seit vielen Jahren in der Wildnispädagogik weiterbildet und viele tiefe Erfahrungen in der Wildnis an die Kinder weitergeben kann.

 

a0 Bea Borelle Samainhof

In dem Bemühen, Elemente der klassischen Reitkunst mit dem professionellen Gangpferdereiten zu verbinden, nehmen unsere Reitlehrer seit vielen Jahren Unterricht bei ausgewiesenen Spezialisten wie Michel Becker vom befreundeten Islandpferdezentrum Wiesenhof und Bea Borelle, Frau von Phillippe Karl, dem Begründer der Schule der „Légèreté“ teil, und erhalten viel Anerkennung über das hohe Niveau der Pferde und das reiterliche Können der Teilnehmer vom Samainhof. Für die Reitschüler bedeutet der Reitunterricht hier am Hof daher Lernen auf höchstem Niveau und immer schönere Erfahrungen von Einheit zwischen Reiter und Pferd. Danke an alle Lehrer, die keine Mühen und Kosten sparen ihr Wissen zu erweitern und an uns weiterzugeben. Neu im Reitlehrerteam ist seit diesem Jahr Eliza Rogelj, die im vergangenen August ihre Prüfung zur Pferdewirtin und zum Trainerin C bestanden hat. Mit ihrem frischen Wesen und ihrer jugendlichen Ausstrahlung hat die 21 jährige schon viele Fans, die gerne bei ihr reiten.

Die Kurse mit Günther Fröhlich, des über Deutschland weit hinaus bekannten Friesenpapstes und Veranstalters der international bekannten Pferdeshow „Zauberwald“, finden nun schon das fünfte Jahr statt. Alle Kutschfahrer kommen in den Genuss seines genialen Unterrichts. Der Samainhof verfügt inzwischen über sage und schreibe zwölf Kutschengespanne mit hervorragend restaurierten traditionellen Kutschen Und dank Günthers Unterricht wächst das Können Aller mehr und mehr.

a0 Günther Fröhlich am Samainhof

Das traditionelle Erlebnis einer mehrtägigen Kutschfahrt unter Freunden hat im letzten Jahr mit einer mehrtägigen Rundtour beginnend am Samainhof, nach Süden zur Weltenburger Enge an der Donau und dann durch den eindrucksvollen Hienheimer Forst mit seinen alten Baumbeständen und entlang Altmühl und Laber zurück nachhause eine Fortsetzung gefunden. Immer mehr begreifen wir, wie kostbar es ist, die eigene Heimat zu erforschen und in ihre Schönheit einzutauchen. Wir teilten die Erkundung der Etappen unter allen Beteiligten auf – und was dabei heraus kam, war wieder eine atemberaubend schöne Fahrt. Überall stellten uns Bauern Wiesen zur Verfügung für die Mittagsrast und als Übernachtungsplatz für Pferde und Menschen. Mehrere Tage kein Konsumangebot, kein Fernsehen - stattdessen unterwegs sein mit den Pferden wie zu alten Zeiten, gemeinsam lagern und schlafen gehen, wenn die Dunkelheit anbricht. Das erfüllt mit tiefer Zufriedenheit und lässt alle Gier nach Ersatzbefriedigungen verschwinden.

a0 Seite 6 Kutschenreise Samainhof

 

 

Das Samaincafe hat sich mit seiner wunderschönen Atmosphäre als Location für Konzerte bewährt. Den Geist der Samainarbeit hautnah erleben konnte man bei einem Konzert des Rossberghofer Dreigesangs – eine Gruppe von Freunden, die sich seit 30 Jahren treffen, um wunderschön gesetzte Lieder aus alter und neuer Zeit einzustudieren. Über die langen Jahre entstand ein Einklang von großer Schönheit, der den Zuhörer mit in eine Atmosphäre von intensiv gelebtem Leben nimmt, ihn teilhaben lässt an allen Facetten des Daseins, und die Erinnerung an Vergessenes und Wertvolles aus alter Zeit wieder erweckt.
Wiederholt gastierten die Vizemeister des Barbershop Gesangs – die a´capella-Gruppe „Some-Sing“ mit grossem Erfolg im Cafe und auch die Neumarkter Band "Goodly and her Goodlingers" erlebte ein gut besuchtes Revival als sie zum zweiten Mal bei uns spielten. Auch die afrikanische Sängerin Sang Ganyonga und Anna Goldbach-Norberg sind bereits alte Bekannte. Neben Ihren Konzerten leitet Anna unseren Samainhof-Chor und erteilt Gesangsunterricht. Gerne geben wir Musikern die Möglichkeit, unsere schönen Räumlichkeiten für ein Konzert zu nutzen oder bieten unsere eigenen Bands und Musiker für ein Engagement anlässlich Eurer Feier an!

a0 Seite 6 Konzerte im SamaincafeGlücklich blicken wir auch auf die wachsende Anzahl an sehr schönen Familien- und Firmenfeiern in unserem Samaincafe zurück. Für Menschen, die hier gefeiert haben, ist der Samainhof zu einem Stück Heimat geworden. Sie lieben die persönliche, ruhige und herzliche Atmosphäre, die dazu einlädt, Steifheit und Konventionen hinter sich zu lassen und einfach nur Mensch zu sein, und genießen mit großer Dankbarkeit das wundervolle Essen und die warmherzige und freundliche Bedienung im Café. Sie musizieren mit eigens mitgebrachten Musikinstrumenten oder lassen sich von unseren Musikern verwöhnen. Immer öfter wird die Samainhof-Combo engagiert, die mit Liedern aus den 20er und 30er Jahren für heiterste Stimmung auf den Feiern sorgte.

 

a0 Likatier und SamainhofSehr bereichert fühlen wir uns durch die Freundschaft mit der Gemeinschaft der Likatier in Füssen. In gegenseitigen Besuchen kam es zu tiefem und intensivem Austausch über unsere Erfahrungen mit dem Leben in einer Gemeinschaft. Und wir stellten fest, dass durch das jahrzehntelange Ringen um ein lebenswertes Leben in einer Gemeinschaft eine große Vertrautheit und Verbundenheit spürbar war, die uns gegenseitig stärkt und beflügelt. Danke liebe Füssener Freunde, für Eure Offenheit und Euer Freundschaftsangebot. Was für ein großes Glück, gleichgesinnte Menschen zu treffen und sich gegenseitig zu beschenken!

a0 Seite 7 Likatier 2018 1 Seite 6

 

 

 

 

 

a0 Seite 7 Zirkus Samainetti 1Unser Roundpen (Rundhalle, ein Projekt der Samain-Stiftung) ist zu einer zentralen Einrichtung am Hof geworden, in dem viele berührende Begegnungen von Mensch und Pferd - vor allem in der Arbeit mit Behinderten - stattgefunden haben. Diese Arbeit ist unserer Meinung nach nicht weniger tief greifend als z.B. die Arbeit mit Delfinen – nur dass die Arbeit mit den Pferden wesentlich günstiger und einfacher zu verwirklichen ist. Pferde haben eine unglaubliche Liebe für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder und wenden sich ihnen mit einer Liebe und Güte zu, die zu Tränen rührt.

Mit großer Freude erleben wir, dass jetzt immer mehr junge Menschen zu uns stoßen und die Jungen am Hof zu wundervollen, verantwortungsvollen Mitstreitern heranwachsen. Unser erklärtes Stiftungsziel, die am Hof errichteten und gelebten Werte zu einem „Vermächtnis an die Jugend“ zu machen, wird sichtbar mit Leben gefüllt, mit junger Energie, neuen Gedanken und Visionen. Ein Zirkus- und Bauwagen wird neuerdings von jungen Männern bewohnt. Und eine Zirkusschule ist durch eine Zirkusaufführung am Sommerseminar entstanden, die hoffentlich noch viele Kinder und Jugendliche von ihren Handys und Computern weglocken kann. So fuhr unsere Orginal-Immenhofkutsche, gefolgt von einem bunten Reigen an Artisten und Clowns in die Ovalbahn ein. Neben spektakulären Stunts der Jungs auf Ihren Pferden waren die Mädchen wunderschön anzuschauen, wenn Sie auf den Pferden voltigiert haben. Und wie immer hat Raziel durch ihre Freiarbeit mit ihrer Stute Atorka alle bezaubert. Und manche Träne ist geflossen, als sich ihr Pferd zu ihr gelegt hat. Wir freuen uns sehr, dass sie ihr Können an andere Jugendliche weitergeben will, und dass ihr Bruder Akasha mit seiner jahrelangen Erfahrung in einem Zirkus eine große Unterstützung in der Zirkusschule werden wird. Schön, dass dieses neue Stiftungsprojekt in unserer Rundhalle der Samain-Stiftung ein Zuhause findet.

a0 Seite 7 Zirkus Samainetti 2

 

 

Willst Du wirklich so weitermachen?

Jetzt ziehen sich sogar die Insekten vor uns zurück!

Die Schmetterlinge, die Bienen und Hummeln,

Und in Folge die vielfältigen Vögel und das Leben insgesamt.

Es ist totenstill geworden in Wald und Flur,

Sepp Schleicher

Samaingemeinschaft

 


Suche:
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
Datum : 14. April 2020
15
Datum : 15. April 2020
16
Datum : 16. April 2020
17
Datum : 17. April 2020
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

© 2006 - 2019 Samainhof e. G.; Holzheim 15-17; 92331 Parsberg bei Neumarkt i.d.Opf.
Mobil-Tel.: 01 52 / 03 42 54 65; Fax 0 94 92 / 95 49-40; E-Mail: info@samainhof.de
Konto: Samainhof e. G.; Sparkasse Neumarkt-Parsberg; IBAN: DE35 7605 2080 0008 0722 58; BIC: BYLADEM1NMA