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Die Samaingemeinschaft
– Ein Leben in Verbindunga0 Umschlagseite innen 2018

Samain war das wichtigste Fest im Jahreslauf unserer Vorfahren, der Kelten. In der Nacht vom 31.Oktober zum 1. November trafen sie sich in dem Versuch, in symbolischen Handlungen die Gegensätze zu vereinen, die verschiedenen Elemente zu versöhnen, das Gleichgewicht in der Welt zu erkennen. Die Samainnacht schaffte Raum für ihre Sehnsucht nach Heil-Sein, um dann wieder auseinander zu gehen, ausgesöhnt mit unserer Erbärmlichkeit, demütig, humorvoll, milde, menschlich, bescheiden, in dem Wissen, dass der Traum vom Eins-Sein immer wieder in die Einseitigkeit stürzen muss. Samain beschreibt eine innere Haltung, uns mit allen Aspekten des menschlichen Seins anzufreunden und auszusöhnen. Diese Sichtweise eines Naturvolkes beeindruckt uns.

Die Anfänge der Samainarbeit reichen mehr als 40 Jahre zurück. Über die therapeutische Arbeit des Visionärs und Psychotherapeuten Sepp Schleicher lernten sich Menschen kennen, die auf der Suche nach einem erfüllteren Leben an seinen Seminaren oder Gruppen teilnahmen. Neben der Psychotherapie legte er besonderen Wert auf den gruppentherapeutischen Prozess in seinen Seminaren und Wochengruppen. Der Gemeinschaftsgedanke, die gegenseitige Hilfe in allen Lebenslagen  und die Freundschaftspflege waren wesentliche Schwerpunkte seiner Arbeit. Er war überzeugt, dass die Seele nur dann heilen kann, wenn der Mensch wieder aus der Vereinzelung herausgeholt wird und Werte von Miteinander, Mitgefühl und gegenseitiger Hilfe zu schätzen lernt. Auf diesem Hintergrund erwuchsen stabile Freundeskreise, die sich gegenseitig halfen und unterstützten, füreinander einstanden, wenn der Einzelne in Schwierigkeiten war, gemeinsame Unternehmungen starteten, sich austauschten und miteinander feierten.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der therapeutischen Arbeit ist die Verbindung zur Natur. Sepp, der selber seit 45 Jahren mit seinen Tieren auf einem Einödhof lebt, wusste aus eigener Erfahrung, wie wesentlich und heilsam das regelmäßige Sein in der Natur ist, und wie sehr der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts darunter leidet, keinen Kontakt mehr zur Erde und den Tieren zu haben, keine Verpflichtung anderen Mitgeschöpfen gegenüber eingehen zu müssen. Neben seinem unermüdlichen Bestreben, seine Klienten zu menschenwürdigeren Lebensformen auf dem Land und in Wohngemeinschaften zu unterstützen, integrierte er nach einigen Jahren seine Erfahrungen mit den Islandpferden in seine therapeutische Arbeit und begann jährliche Sommerseminare anzubieten, in denen neben der psychotherapeutischen Arbeit das Pferd als Heiler mit einbezogen wurde.

Der Kontakt zu den Pferden und das Miteinander-Sein in der Natur veränderte erneut das Lebensumfeld vieler Gruppenmitglieder. Es entstanden Weidegemeinschaften zwischen denen, die sich eigene Pferde angeschafft hatten. Gemeinsame Ausritte und Zusammenkünfte auf den Weiden, Grillfeste, Sitzen am Lagerfeuer, Übernachten in der Natur bei den eigenen Pferden gehörten jetzt zu einer neuen Lebensqualität. Vor allem die Verantwortung für ein eigenes Pferd brachte eine immense Tiefe in das Leben der neuen Pferdebesitzer. Je befriedigender das Lebensumfeld wurde, umso drängender stellte sich die Frage nach einem beruflichen Umfeld, in dem man sich ausdrücken und verwirklichen konnte. Viele wagten nun den Sprung in neue, lebensnähere und menschlichere Arbeitsplätze oder in die Selbständigkeit. Immer deutlicher konnte man sehen, dass die Seele nicht an irgendwelchen psychischen Krankheiten leidet, sondern die Menschen immer glücklicher und zufriedener wurden, je mehr sich ihr Lebensumfeld und ihre Lebens- und Arbeitsqualität verbesserten.

Während der Sommerseminare wurde die heilende Wirkung des Lebens in der Gemeinschaft deutlich. Ähnlich wie Naturvölker viele psychische Erkrankungen gar nicht kennen, weil sie sich eingebunden in ihre Lebensgemeinschaft fühlen, stellten die Teilnehmer oft fest, dass viele Ängste und Probleme sich von alleine lösten durch dieses Miteinander sein. Die Rückkehr in die Vereinzelung wurde immer unerträglicher und lebensfeindlicher erlebt.  Und der Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Lebensform nahm mehr und mehr Gestalt an.

 

„ In der Tiefenökologie fragen wir, ob die gegenwärtige Gesellschaft menschliche Grundbedürfnisse wie Liebe, Sicherheit und Zugang zur Natur befriedigt. Wenn Menschen geholfen wird, sich auf positive Art und Weise mit der Natur zu identifizieren, wenn sie tief in ihrer Seele erfahren, dass sie ein Teil der Natur sind, dann bedeutet handeln zum Schutz der Natur kein Opfer mehr, es ist selbstverständlich, wie die Verteidigung des eigenen Lebens.“ Theo Gottwald, Tiefenökologe

Durch die langjährige und konsequente Arbeit an der eigenen Psyche wuchs zudem ein enormes Potential an therapeutischen Fähigkeiten und ökologischem Bewusstsein. Das Bedürfnis, erworbenes Wissen an andere weiter zu geben, mündete in die Ausbildung zum Samaintherapeuten. Eine Reihe hochqualifizierter Menschen sind aus diesen Ausbildungsgruppen inzwischen hervorgegangen, deren Angebote sich hier in unserem Programmteil wiederfinden.

Seit 2001 nun gibt es den Samainhof, mit dem sich die jahrelange Vision von Sepp Schleicher und der Menschen aus dem Samainkreis verwirklicht hat. Nachdem der Bau der Häuser abgeschlossen war, begann sofort ein reiches therapeutisches Kursangebot zu entstehen. Auch der Traum von einer inklusiven, generationsübergreifenden, naturverbundenen Lebensgemeinschaft und –schule ist Wirklichkeit geworden – mittlerweile leben am Samainhof 40 Menschen zwischen 1 und 78 Jahren. Die Tiere sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Zum Hof gehören 80 Islandpferde, 2 Esel, Ziegen, Pfauen, Katzen, ein Hund, viele Hühner und eine kleine Herde schottischer Hochlandrinder. Der bewusste und achtsame Umgang mit der Natur und mit ihren Ressourcen spielen am Samainhof eine große Rolle: Das Gemeinschaftshaus wurde in Stroh–Lehm-Bauweise errichtet. Der Hof wird über Hackschnitzelheizungen versorgt. Mehrere Zisternen speichern Brauchwasser. Und die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Solaranlage. Für 12 weitere Bewohner wurde ein „Sonnenhaus“ errichtet, ein Niedrigenergiehaus, dessen Jahres-Primärenergiebedarf von 5 bis 15 kWh pro m² Gebäudenutzfläche den eines Passivhauses mit Klimakompaktgerät oder elektrischer Wärmepumpenheizung etwa um das Vierfache unterschreitet. Mit seinen über 600 qm Wohn- und Nutzfläche war es das größte Sonnenhausprojekt in Deutschland und das erste im Landkreis Neumarkt. Markus Heinrich, seit 30 Jahren Experte auf dem Gebiet erneuerbarer Energien, hat dieses Projekt mit seiner Heizungsbaufirma realisiert und berät Sie gerne. Im Sonnenhaus befindet sich unser schönes, lichtdurchflutetes Café. Ein großer Teich mit Schilfgürtel klärt das Wasser aus den Versickerungsgräben und wurde als Biotop und Lebensraum für Pflanzen und Tiere angelegt. Ein 5 Meter breiter Hecken– und Baumgürtel umspannt den Hof und bietet Lebensraum für viele Vögel und Insekten und integriert alte heimische Hecken und Obstbäume wieder ins Landschaftsbild.

Die wichtigste Grundlage des Zusammenlebens am Samainhof ist das gemeinsame Wachsen, das sich Anschauen und Spiegeln lassen, die intensive Selbsterfahrung mit verschiedenen Formen der Psychotherapie. Neben der regelmäßig stattfindenden  Hof-Supervision, in der Konflikte der Samainlebensgemeinschaft geregelt werden und an der Weiterentwicklung des Gesamtprojektes gearbeitet wird, sind die Psychotherapie-Seminare von Sepp das Herzstück der Samainarbeit. Diese Bereitschaft, sich immer wieder rückhaltlos zu zeigen, immer wieder um den Kontakt zu sich und zu den anderen zu ringen, ist die Grundbedingung für jeden, der am Gemeinschaftsleben teilhaben oder sein Pferd hier einstellen möchte. Die meisten Lebensgemeinschaften zerbrechen über kurz oder lang, weil die Bereitschaft zur regelmäßigen Supervision fehlt, und unausgetragene Konflikte und Machtkämpfe die Arbeit derer zunichtemachen, die liebevoll einem größeren Ganzen gedient hatten. Dass die meisten Mitbewohner sich seit mehr als 30 Jahren kennen, miteinander arbeiten und im Frieden miteinander leben, ist der beste Beweis, dass dieses Konzept erfolgreich ist.

Die von allen geschätzte freundliche Atmosphäre hier am Samainhof, in der jeder bemüht ist, sein Bestes zu geben, in Freundschaft zu leben, in innerem Frieden mit sich zu sein und das Leben zu feiern, ist nur durch diese konsequente Arbeit möglich geworden. Die Liebe zum Dasein, zur Natur ist das, was den Hof und seine Bewohner beseelt. Jeder bringt hier ganzen Einsatz und gibt alles, was er hat. Bestens qualifizierte Menschen, oft mit mehreren Zusatzausbildungen, schaffen diese einzigartige Atmosphäre, in der jeder Besucher unmittelbar in Berührung mit seinem Potential, mit seinen Sehnsüchten und Träumen, aber auch mit seinem Weh kommt. Was hier geschaffen wurde ist ein Leben in Verbundenheit, ein Weg aus der Getrenntheit und Vereinsamung hinein in ein Leben des Miteinanders und des Mitleidens.

Wenn man heute auf die Hofanlage blickt, könnte der eine oder andere denken, dass wir reich sind. Wahr ist aber, dass wir Schulden haben bei der Bank und dass jeder von uns einen großen Teil seines Ersparten in den Hof investiert hat. Das hat aber nur zur Hälfte gereicht. Für die andere Hälfte haben wir größere Kredite aufgenommen, die jeder von uns monatlich abzahlen muss. Darüber hinaus gehört uns der Hof gar nicht mehr. Wir haben ihn der Samain-Stiftung geschenkt, deren Ziel es ist, alles an die kommende Generation weiterzugeben.

Insgesamt besteht der Kreis von Menschen, die die Samainidee unterstützen und weiter tragen, aus mehr als 100 Menschen. Die Bewohner der Hofgemeinschaften in Hackelsberg, in Vilshofen/Niederbayern und in Arnleithen in der fränkischen Schweiz gehören seit vielen Jahren zum Samainkreis und sind mit ihren Angeboten in unserem Samainhofprogramm vertreten.

Ganz besonders freuen wir uns über drei neue Mitbewohner, die beschlossen haben unser Gemeinschaftsleben näher kennenzulernen.  Es ist uns wichtig gegenseitiges Kennenlernen über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen. Deshalb gibt es für Interessierte ein Probejahr, in dem sie die Möglichkeit haben, die Entscheidung hier wohnen zu wollen gründlich zu prüfen.

Viel Engagement für unsere Umwelt hat im vergangenen Jahr die Samainstiftung gezeigt.

Mehrmals war das Samainhofteam und das Team des Rossberghofes in Sachen Volksbegehren Artenvielfalt mit den Kindergarten-  und Reitschulkindern unterwegs, um auf die drohende Gefahr des Artensterbens aufmerksam zu machen. Sogar im Fernsehen waren sie mit ihren Bienenkostümen zu sehen.

Die ÖDP lud alle Beteiligten zu einer kleinen Feier anlässlich des großen Erfolges des Volksbegehrens ein und besuchte einige Wochen darauf den Samainhof. Es entstanden neue und herzliche Kontakte und man war sich einig, dass dies nicht die letzte gemeinsame Aktion für unsere bedrohte Umwelt gewesen sein wird.

Erstmals fand auf dem Samainhof unter reger Beteiligung von Reitbeteiligungen und Besuchern des Hofes die Umweltaktion „Rama dama“ statt. In mehreren Gruppen zogen Konvois mit Pferdehängern los, um in unserer Heimatgemeinde die Flur von herumliegendem Müll zu befreien. Sowohl in den Wäldern als auch an Straßenrändern fanden die Gruppen Berge von Müll. Bürgermeister Bauer begrüßte und ehrte das Engagement der Samain-Stiftung. Bei seinem Besuch zeigte er sich wieder einmal tief beeindruckt und berührt von der großartigen Arbeit, die hier tatkräftig von allen mitgetragen wird, und bedankte sich bei allen Beteiligten im Namen der Gemeinde Parsberg. Danke auch an alle Parsberger Firmen, die die Aktion kulinarisch mit Geld- und Lebensmittelspenden unterstützt haben.

 

Im Rahmen ihres Schullandheimaufenthaltes  lernten drei Klassen der Herder- Schule Pielenhofen mit großem Erfolg und Begeisterung den Umgang mit Pferden kennen. Nachdem die anfängliche Unsicherheit überwunden war waren die Kinder Feuer und Flamme und mit großem Engagement dabei. Unsere Reitlehrerin war tief beeindruckt, wie schnell die Kinder lernten. Schon am dritten Reittag war ein Ausritt ins Gelände möglich. Es gab berührende Abschiedsmomente zwischen Schülern und Pferden. Die Schulleitung der Herder-Schule kündigte an, dass dies  nicht der letzte Schullandheimauftenthalt auf dem Hof gewesen sei und sie nächstes Jahr wieder kommen wollten.

Buchveröffentlichung: Unter dem Titel „Mann und Frau“  veröffentlichte die Samain-Stiftung ein Buch mit Texten aus den Psychotherapieseminaren von Sepp Schleicher der letzten 20 Jahre. Er beschreibt, wie wir zu unserer größtmöglichen Liebe finden können, und dass die Beziehung zwischen Mann und Frau letztlich nur Spiegel für unsere Beziehung zum Leben ist. Wie wichtig es ist sie heilig und kostbar zu halten, ihre tiefe Bedeutung zu verstehen und sie als Lernfeld zu nutzen, um zu einer immer größeren Liebesfähigkeit der gesamten Schöpfung gegenüber zu gelangen. Das Buch ist reich illustriert mit Bildern, die die Lebenswirklichkeit der Samain-Lebensgemeinschaft wiedergibt.

Ein kostbares Geschenk für alle, die sich tiefer mit dem Thema Mann-Frau beschäftigen möchten und ein wundervoller Beitrag zum Thema Beziehung zu Mutter Erde und allen lebenden Wesen auf ihr. Sie können das Buch für uns für 15,- € erwerben. Die Hälfte des Kaufpreises geht an die Samain-Stiftung.

Beeindruckt waren wir von einem Sozialprojekt der Siemens-Trainees in Zusammenarbeit mit der Samain-Stiftung: Ziel der Trainees war es, während eines  dreitägigen Zeltlagers  Kindern aus dem Kinderheim Amberg eine erfüllte und unvergessliche Zeit mit den Tieren und in der Natur zu schenken. Manuela, Siemensmitarbeiterin und Mitgründerin der  Samain-Stiftung, unterstützte diese Aktion durch Rat und Tat, wann immer Hilfe gebraucht wurde. Sie stellte auch kostenlos Pferde und erfahrene Helfer zum Ponyführen bereit sowie Tipis zum Übernachten und unsere schönen Caféräumlichkeiten, wo die Crew für die Verpflegung der Heimkinder sorgte.

 

Unser Round-Pen (Rundhalle) -  ein Projekt der Samain-Stiftung - ist zu einer zentralen Einrichtung am Hof geworden, in der viele berührende Begegnungen von Mensch und Pferd, vor allem in der Arbeit mit Behinderten, stattgefunden haben. Diese Arbeit ist unserer Meinung nach nicht weniger tief greifend als z.B. die Arbeit mit Delfinen – nur dass die Arbeit mit den Pferden wesentlich günstiger und einfacher zu verwirklichen ist. Pferde haben eine unglaubliche Liebe für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder und wenden sich ihnen mit einer Liebe und Güte zu, die zu Tränen rührt.

Auch für unser Stiftungsprojekt Zirkus Samainetti bietet die Rundhalle die ideale Manege. Einmal im Monat stellt der Samainhof seine Esel und Pferde zur Verfügung, um Kindern über das Zirkusprojekt Gelegenheit zu bieten in spielerischer Form ihre Begabungen und  Talente zu finden und mit gestärktem Selbstbewusstsein und spielerischer Begeisterung dem Sog der Medien zu entkommen. Eine tolle Arbeit die Bernd und Ursula da leisten. Danke für Euer Engagement.

Erstmals findet in diesem Jahr ein Treffen der DMSG- Gruppe Regensburg statt. Geplant sind Reitangebote in unserer Rundhalle für Menschen mit Multipler Sklerose. Wie Forschungen zeigen, gehört Reiten zu den heilsamsten Sportarten für MS Erkrankte.

 

Im Natur- und Waldkindergarten erleben die Kinder unter freiem Himmel mit all ihren Sinnen die Jahreszeiten, die Tiere, den Wald mit seinen Bäumen und Pflanzen, Wiesen und Felder, Erde und Steine. Wie wichtig die Angebote des Natur- und Waldkindergartens für die Kinder sind, belegt unter anderem eine neurobiologische Studie, aus der hervorgeht, dass die so genannte Hyperaktivität eine Zivilisationskrankheit ist. Unsere Umwelt ist dem natürlichen Energiefluss eines Kindes nicht mehr gewachsen. Statt ihm Ausdrucksmöglichkeiten zu verschaffen schränken wir im Zeitalter von Computer und Handy den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder stark ein und erzeugen so Symptome wie die der „Hyperaktivität“. Dieser Hilferuf der kindlichen Seele wird dann häufig mit Medikamenten wie Ritalin zum Schweigen gebracht. Die überbordende und freudige Lebensenergie von Kindern wird unterdrückt und „beruhigt“ und zur Krankheit erklärt. Im Natur- und Waldkindergarten finden die Kinder unerschöpfliche Möglichkeiten ihren Bewegungsdrang zu stillen und ihre natürliche Lernbereitschaft und Neugierde zu entfalten. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass Schulkinder, die unseren Kindergarten besucht haben, mühelos zu selbstbewussten, kreativen und intelligenten Menschen heranreifen, die auch in der Schule bestehen. Wie spielerisch die Integration von Kindern anderer Nationalitäten gelingt, zeigt der Besuch von amerikanischen Kindern des nahe gelegenen Truppenübungsplatzes Hohenfels. Ganz leicht finden die Kinder Möglichkeiten sich jenseits der Sprache zu verständigen.

Ein großartiges Team von Kindern und Jugendlichen, welches seine Freizeit bei seinen Pflegepferden und am Hof verbringt, unterstützt die Arbeit auf dem Samainhof. An den Schnuppersonntagen sind sie da und ermöglichen Kindern und Neulingen die Freude auf dem Rücken der Pferde oder begleiten ängstliche Reiter bei Ausritten. Sie sind immer da, wenn sie gebraucht werden, entwickeln sich zu brillanten Reiterinnen und haben eine erfüllende Aufgabe gefunden, mit der sie sich ganz nebenbei die Teilnahme an Reitstunden ermöglichen.

Die intensive Zusammenarbeit mit der forensischen Klinik Regensburg währt fort: Seit sieben Jahren kommen Patienten der Klinik an den Hof und nehmen an der therapeutischen Pferdearbeit im Picadero unter der fachkundigen Anleitung von Ursula Wohlfahrt teil. Durch die einfühlsame Anleitung und Reflexion wird eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Problematik möglich, wodurch tiefe therapeutische Prozesse in Gang kommen. Auch hier beobachten wir, wie stark die Natur und die Tiere wirken, und wie groß das Bedürfnis nach Bodenhaftung und nach einfacher, konkreter Arbeit bei allen Beteiligten ist.

Die Integration der Jungs, die über freie Erziehungsstellen des pädagogischen Zentrums Parsberg bei uns am Hof leben, währt fort.

Der ausgewiesene Spezialist für Menschen mit Bindungsstörungen, Herr Scheurer-Englisch, begleitete von Beginn an die Pflegeeltern in Supervisionen bei Ihrer Arbeit. Bei einem Besuch auf dem Samainhof war er sichtlich bewegt und äußerte mehrfach den höchsten Respekt für die großartige Arbeit, die das therapeutische Gesamtkonzept des Samainhofes ermögliche. In seiner jahrelangen Tätigkeit habe er eine so grundlegende Veränderung bei Kindern mit Bindungsstörungen nie erlebt.

Die Samainreiter – unser neues junges Nachwuchs-TeamLogo Samainreiterteam

Ein junges Team hat sich mit großem Engagement zusammengefunden, um vor allem Kindern  und Jugendlichen  unvergessliche Freizeitangebote mit unseren Islandpferden und inmitten der Natur zu ermöglichen. Erstmals startete das Team im vergangenen Jahr mit der Kinder- und Jugendfreizeit während der Sommerferien. Mit  22 Teilnehmern wurde die Freizeit ein Riesenerfolg. Mehr als die Hälfte der Kinder haben sich sofort für die nächste Freizeit angemeldet. Wir freuen uns sehr, dass unser Traum von der Weitergabe unserer Samainarbeit an die nächste Generation sichtbar gelungen ist und wir Alten uns ein wenig zurücklehnen können und uns an der frischen Energie der jungen Leute erfreuen dürfen, die sichtlich den Bedürfnissen der jungen Generation in besonderer Weise gerecht wird.

 

Gut, dass es so viele Eltern gibt, die Ihren Kindern diesen heilsamen Ausgleich zu den übermäßigen Leistungsanforderungen der Schule gönnen und ermöglichen. Es gibt nichts Besseres, als durch einen warmen Pferdekörper und die Bewegungen eines Pferdes vom Kopf in den Körper geholt zu werden. Und man sieht es den weichen und glücklichen Gesichtern der Kinder an, wie wohl ihnen das tut.

Neben den Freizeiten mit Pferden sind die wildnispädagogischen Freizeiten von Damaris sehr gefragt. Das Besondere ist hier der kontinuierliche Aufenthalt in der Natur. Mehrere Tage verbringen die Kinder Ihre Zeit im Wald, wo auch unser Baumhaus gebaut wurde. Sie übernachten unter freiem Himmel  oder bei Regen im Baumhaus, entfachen sich zum Frühstück ein Feuer, an dem sie sich ihren Tee warm machen, und entdecken den ganzen Tag die Wunder, die die Natur dem schenkt, der sich Zeit nimmt, ihr zu lauschen  und Zeit in ihr zu verbringen.

 

In dem Bemühen, Elemente der klassischen Reitkunst mit dem professionellen Gangpferdereiten zu verbinden, nehmen unsere Reitlehrer seit vielen Jahren Unterricht bei ausgewiesenen Spezialisten wie Michel Becker, Bea Borelle, Frau von Phillippe Karl, dem Begründer der Schule der Légèreté teil, und erhalten viel Anerkennung über das hohe Niveau der Pferde und das reiterliche Können der Teilnehmer vom Samainhof. Für die Reitschüler bedeutet der Reitunterricht hier am Hof Lernen auf höchstem Niveau und immer schönere Erfahrungen von Einheit zwischen Reiter und Pferd. Danke an alle Lehrer, die keine Mühen und Kosten sparen ihr Wissen zu erweitern und an uns weiterzugeben. Und danke an alle Züchter, die mutig neue Wege gehen und uns dadurch großartige Nachzucht schenken.

Mit zwei neuen Hengsten, die auf dem Rossberghof eingezogen sind, ist das Zuchtniveau unserer Höfe noch einmal enorm angestiegen. Denn beide Hengste haben hervorragende Nachzucht vorzuweisen.

 

Die Kurse mit Günther Fröhlich, des über Deutschland weit hinaus bekannten Friesenpapstes und Veranstalters der international bekannten Pferdeshow „Zauberwald“, finden nun schon das siebte Jahr statt. Alle Kutschfahrer kommen in den Genuss seines genialen Unterrichts. Der Samainhof verfügt inzwischen über sage und schreibe zwölf Kutschengespanne mit hervorragend restaurierten traditionellen Kutschen. Und dank Günthers Unterricht wächst das Können Aller mehr und mehr.

Bei unserer traditionellen mehrtägigen Kutschfahrt unter Freunden begreifen wir, wie kostbar es ist, die eigene Heimat zu erforschen und in ihre Schönheit einzutauchen. Die Erkundung der Etappen wird unter allen Beteiligten aufgeteilt. Und immer ist es eine atemberaubend schöne Fahrt, die uns überwältigt mit grandioser Natur und herrlichen Wegen. Immer sind wir tief erfreut, wie viel Unterstützung uns durch die Bevölkerung zuteilwird. Auf der Suche nach Übernachtungsplätzen, wo wir lagern und unsere Pferde grasen lassen, treffen wir auf freundliches Entgegenkommen. Mehrere Tage kein Konsumangebot, kein Fernsehen, stattdessen unterwegs sein mit den Pferden wie zu alten Zeiten, gemeinsam lagern und schlafen gehen, wenn die Dunkelheit anbricht, das erfüllt mit tiefer Zufriedenheit und lässt alle Gier nach Ersatzbefriedigungen verschwinden.

Glücklich waren unsere  beiden Eselinnen Toni und Emma über den achtwöchigen Besuch des Eselhengstes Joker. Und noch glücklicher werden wir alle sein, wenn im Juni die Früchte seines Besuches zu sehen sein werden, gibt es doch nichts Bezaubernderes als Eselfohlen. Mit ihrem wunderschönen Stall machen sie unser Immenhofidyll vollständig. Sie begrüßen jeden großen und kleinen Besucher mit ihrer freundlichen und vertrauensvollen Art. Und vor allem die Kindergartenkinder haben mit den beiden das große Los gezogen. Denn regelmäßig begleiten die beiden Eseldamen die Kinder auf ihrer Wanderung hoch zum Baumhaus oder leisten ihnen beim Spielen im Obstgarten Gesellschaft, wo sie mit Begeisterung gestreichelt und gestriegelt werden.

Unverzichtbarer Bestandteil unseres Hoflebens sind unsere stattlichen Pfauen, die das Hofbild ungemein bereichern und uns täglich aufs neue beglücken, indem sie majestätisch über den Hof spazieren, sich in den Fensterscheiben bewundern, quer über den Hof fliegen und sich einen Aussichtspunkt auf den Dächern oder in den Bäumen suchen und uns am Morgen mit ihrem durchdringenden Ruf wecken.

 

Bereits mehrere Fernsehbeiträge fanden zum Thema König Ludwig statt, bei denen Sepp Schleicher durch seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem außergewöhnlichen Leben des bayrischen Monarchen als Spezialist interviewt und gewürdigt wurde.

Durch intensive Forschungsarbeit gelingt es Sepp die große Persönlichkeit von König Ludwig transparent zu machen und zu beweisen, dass der Monarch bis zu seinem Tod ein verantwortlicher Regent war, der mit seinem empfindsamen und friedlichen Wesen sehr viel Schönheit geschaffen und dessen große Liebe zur Natur dazu verholfen hat, dass unzählige Naturplätze von höchstem Wert geschützt und erhalten wurden.

 

Zufrieden blicken wir auch auf die wachsende Anzahl sehr schöner Familien- und Firmenfeiern zurück. Für Menschen, die hier gefeiert haben, ist der Samainhof zu einem Stück Heimat geworden. Sie lieben die persönliche, ruhige und herzliche Atmosphäre, die dazu einlädt, Steifheit und Konventionen hinter sich zu lassen und einfach nur Mensch zu sein, und genießen mit großer Dankbarkeit das wundervolle Essen und die warmherzige und freundliche Bedienung im Café. Sie musizieren mit eigens mitgebrachten Musikinstrumenten oder lassen sich von unseren Musikern verwöhnen. Gerne servieren wir vegetarische und auch vegane Gerichte.

Wie immer erfüllt uns das Erlebte mit großer Dankbarkeit. Und wir sind voller Vorfreude und Spannung, was das neue Jahr bringen wird. Danke allen, die im vergangenen Jahr mitgewirkt und sich an den vielen Angeboten und Unternehmungen beteiligt haben. Es gibt so viel zu tun. Das Ausmaß der Umweltzerstörung wächst von Jahr zu Jahr. Durch die Versiegelung riesiger Flächen und den  übermäßigen Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln kommt es zu einem Artensterben von unübersehbarem Ausmaß. Durch den suchthaften Computer- und Handygebrauch entfernen sich die Menschen und besonders die Kinder in rasender Geschwindigkeit von der Natur und verlieren jeglichen Kontakt zum Wesentlichen. Wenn nicht viele Menschen sich gerufen fühlen aufzuwachen und an einer größeren Vision mitzuwirken, wird uns sehr bald der Platz zum Leben in einer intakten Natur in aller Menschlichkeit verloren gehen.

Euer Samainhofteam

Willst Du wirklich so weitermachen?

Jetzt ziehen sich sogar die Insekten vor uns zurück!

Die Schmetterlinge, die Bienen und Hummeln,

Und in Folge die vielfältigen Vögel und das Leben insgesamt.

Es ist totenstill geworden in Wald und Flur,

Alles vergiftet von Gier und Profit und Betrug!

Dass Feldhamster, Fasane, Rebhühner und Wachteln gegangen sind,

Wiedehopf, Pirol, Eisvögel und viele mehr sich verzogen haben,

Das scheinst Du in Deinem Hamsterrad gar nicht zu bemerken.

Spürst Du nicht, wie arm und allein wir geworden sind?

Die Lösung ist, dass Du vor allem Deine Seele rettest,

Dass Du lernst, was wirklich wichtig im Leben ist.

Mache Dein Herz wieder auf!

Akzeptiere die Mühe und den Schmerz!

Lerne wieder Gemeinschaft und Verbundenheit!

Setze all Deine Energie darein, Leben und Lebensraum zu schaffen.

Kehre zurück ins (fast) verlorene Paradies.

Wir zeigen Dir gerne den Weg!

 

Sepp Schleicher

 

 


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