D i e S a m a i n -
g e m e i n s c h a f t |
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Ein Leben in Verbindung |
Samain war das wichtigste Fest im Jahreslauf unserer Vorfahren, der Kelten. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November trafen sie sich in dem Versuch in symbolischen Handlungen die Gegensätze zu vereinen, die verschiedenen Elemente zu versöhnen, das Gleichgewicht in der Welt zu erkennen. Die Samainnacht schaffte Raum für ihre Sehnsucht nach Heil-sein, um dann wieder auseinander zu gehen, ausgesöhnt mit unserer Erbärmlichkeit, demütig, humorvoll, milde, menschlich, bescheiden, in dem Wissen, dass der Traum vom Eins-Sein immer wieder in die Einseitigkeit stürzen muss. Samain beschreibt eine innere Haltung, uns mit allen Aspekten des menschlichen Seins anzufreunden und auszusöhnen. Diese Sichtweise eines Naturvolkes beeindruckt uns.
Die Anfänge der Samainarbeit reichen mehr als 30 Jahre zurück. Über die therapeutische Arbeit des Visionärs und Psychotherapeuten Sepp Schleicher lernten sich Menschen kennen, die auf der Suche nach einem erfüllteren Leben an seinen Seminaren oder Gruppen teilnahmen. Neben der Psychotherapie legte er besonderen Wert auf den gruppentherapeutischen Prozess in seinen Seminaren und Wochengruppen. Der Gemeinschaftsgedanke, die gegenseitige Hilfe in allen Lebenslagen, das Anteil nehmen an dem Wohlergehen der anderen Gruppenteilnehmer, die Freundschaftspflege waren wesentliche Schwerpunkte seiner Arbeit. Er war überzeugt, dass die Seele nur dann heilen kann, wenn der Mensch wieder aus der Vereinzelung herausgeholt wird und Werte von Miteinander, Mitgefühl und gegenseitiger Hilfe zu schätzen lernt. Auf diesem Hintergrund erwuchsen stabile Freundeskreise, die sich gegenseitig halfen und unterstützten, füreinander einstanden, wenn der Einzelne in Schwierigkeiten war, gemeinsame Unternehmungen starteten, sich austauschten und miteinander feierten. Es ist tröstlich Freunde zu haben, denen man sich mit allem zeigen konnte, auch mit seinen Schwierigkeiten und Nöten, und vor denen man auch seine dunklen Seiten nicht verbergen musste.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der therapeutischen Arbeit war die Verbindung zur Natur. Sepp, der selber seit 35 Jahren mit seinen Tieren auf einem Einödhof lebt, wusste aus eigener Erfahrung, wie wesentlich und heilsam das regelmäßige Sein in der Natur ist, und wie sehr der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts darunter leidet, keinen Kontakt mehr zur Erde und den Tieren zu haben, keine Verpflichtung anderen Mitgeschöpfen gegenüber eingehen zu müssen. Neben seinem unermüdlichen Bestreben, seine Klienten zu menschenwürdigeren Lebensformen auf dem Land und in Wohngemeinschaften zu unterstützen, integrierte er nach einigen Jahren seine Erfahrungen mit den Islandpferden in seine therapeutische Arbeit und begann jährliche Sommerseminare anzubieten, in denen neben der psychotherapeutischen Arbeit das Pferd als Heiler mit einbezogen wurde.
Der Kontakt zu den Pferden und das Miteinander-Sein in der Natur veränderte erneut das Lebensumfeld vieler Gruppenmitglieder. Es entstanden Weidegemeinschaften zwischen denen, die sich eigene Pferde angeschafft hatten. Man plante gemeinsame Ausritte und Zusammenkünfte auf den Weiden. Grillfeste, Sitzen am Lagerfeuer, Übernachten in der Natur bei den eigenen Pferden gehörte jetzt zu einer neuen Lebensqualität. Vor allem die Verantwortung für ein eigenes Pferd brachte eine immense Tiefe in das Leben der neuen Pferdebesitzer. Es mussten Zäune und Hütten gebaut werden. Man musste misten und die Weiden pflegen, für die Gesundheit der Pferde sorgen, Heu machen und vieles mehr. Je befriedigender das Lebensumfeld wurde, umso drängender stellte sich die Frage nach einem beruflichen Umfeld, in dem man sich ausdrücken und verwirklichen konnte. Durch die Unterstützung in den regelmäßigen Wochengruppen oder Seminaren wagten viele nun den Sprung in neue, lebensnähere und menschlichere Arbeitsplätze oder in die Selbständigkeit. Immer deutlicher konnte man sehen, dass die Seele nicht an irgendwelchen psychischen Krankheiten leidet, sondern die Menschen immer glücklicher und zufriedener wurden, je mehr sich ihr Lebensumfeld und ihre Lebens- und Arbeitsqualität verbesserten.
Während der Sommerseminare wurde die heilende Wirkung des Lebens in der Gemeinschaft deutlich. Ähnlich wie Naturvölker viele psychische Erkrankungen gar nicht kennen, weil sie sich eingebunden in ihre Lebensgemeinschaft fühlen, stellten die Teilnehmer oft fest, dass viele Ängste und Probleme sich von alleine lösten durch dieses Miteinander sein. Die Rückkehr in die Vereinzelung wurde immer unerträglicher und lebensfeindlicher erlebt, und der Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Lebensform nahm mehr und mehr Gestalt an.
„In der Tiefenökologie fragen wir, ob die gegenwärtige Gesellschaft menschliche Grundbedürfnisse wie Liebe, Sicherheit und Zugang zur Natur befriedigt. Wenn Menschen geholfen wird, sich auf positive Art und Weise mit der Natur zu identifizieren, wenn sie tief in ihrer Seele erfahren, dass sie ein Teil der Natur sind, dann bedeutet handeln zum Schutz der Natur kein Opfer mehr, es ist selbstverständlich, wie die Verteidigung des eigenen Lebens.“
Theo Gottwald, Tiefenökologe
Durch die langjährige und konsequente Arbeit an der eigenen Psyche wuchs zudem ein enormes Potential an therapeutischen Fähigkeiten und ökologischem Bewusstsein. Das Bedürfnis, erworbenes Wissen an andere weiter zu geben, mündete in die Ausbildung zum Samaintherapeuten. Eine Reihe hoch qualifizierter Menschen sind aus diesen Ausbildungsgruppen inzwischen hervor gegangen, deren Angebote sich hier in unserem Programmteil wieder finden.
Seit 2001 nun gibt es den Samainhof, mit dem sich die jahrelange Vision von Sepp Schleicher und der Menschen aus dem Samainkreis verwirklicht hat. Nachdem der Bau der Häuser abgeschlossen war, begann sofort ein reiches therapeutisches Kursangebot zu entstehen, das von Jahr zu Jahr wachsendes Interesse findet. Auch der Traum von einer integrativen, Generationen übergreifenden, naturverbundenen Lebensgemeinschaft und –schule ist Wirklichkeit geworden – mittlerweile leben am Samainhof 32 Menschen zwischen 9 und 72 Jahren, davon eine Frau mit einer Querschnittlähmung. Die Tiere sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Zum Hof gehören 80 Islandpferde, Ziegen, Katzen, ein Hund, viele Hühner und eine Herde schottischer Hochlandrinder. Der bewusste und achtsame Umgang mit der Natur und mit ihren Ressourcen spielen am Samainhof eine große Rolle: das Gemeinschaftshaus wurde in Stroh–Lehm-Bauweise errichtet, der Hof wird über eine Hackschnitzelheizung versorgt, mehrere Zisternen speichern Brauchwasser. Und die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Solaranlage.
Für 12 weitere Bewohner wurde ein „Sonnenhaus“ errichtet, ein Niedrigenergiehaus, dessen Jahres-Primärenergiebedarf von 5 bis 15 kWh pro m² Gebäudenutzfläche den eines Passivhauses mit Klimakompaktgerät oder elektrischer Wärmepumpenheizung etwa um das Vierfache unterschreitet. Mit seinen über 600qm Wohn- und Nutzfläche ist es das größte Sonnenhausprojekt in Deutschland und das erste im Landkreis Neumarkt. Das Sonnenhaus am Samainhof bietet über Jahrzehnte die Perspektive niedriger Heizkosten und einer weitgehende Unabhängigkeit von Energiekrisen und trägt in Zeiten des Klimawandels zur Erhaltung unseres Klimas bei. Markus Heinrich, seit 20 Jahren Experte auf dem Gebiet erneuerbarer Energien, hat dieses Projekt mit seiner Heizungsbaufirma realisiert und berät Sie gerne. (Nähere Informationen über seine Firma erhalten Sie auf seiner homepage www.heinrich-solar.de.)
Im Sonnenhaus befindet sich auch unser wunderschönes, lichtdurchflutetes Cafe das schon eine Vielzahl an Veranstaltungen und traumhaften Festen erlebt hat. Ein großer Teich mit Schilfgürtel klärt das Wasser aus den Versickerungsgräben und wurde als Biotop und Lebensraum für Pflanzen und Tiere angelegt. Ein 5 Meter breiter Hecken– und Baumgürtel umspannt den Hof und bietet Lebensraum für viele Vögel und Insekten und integriert alte heimische Hecken und Obstbäume wieder ins Landschaftsbild. Eingekauft wird bei biologischen Betrieben. Das Fleisch stammt von den artgerecht gehaltenen Rindern. Und auch das Cafe und die Seminarbewirtung nutzt ökologische Produkte.
Die wichtigste Grundlage des Zusammenlebens am Samainhof ist das gemeinsame Wachsen, das sich anschauen und spiegeln lassen, die intensive Selbsterfahrung mit verschiedenen Formen der Psychotherapie. Neben der regelmäßig stattfindenden Hof-Supervision, in der Konflikte der Samainlebensgemeinschaft geregelt werden und an der Weiterentwicklung jedes einzelnen Mitgliedes und des Gesamtprojektes gearbeitet wird, sind die Psychotherapie-Seminare von Sepp das Herzstück der Samainarbeit. Diese Bereitschaft, sich immer wieder rückhaltlos zu zeigen, immer wieder um den Kontakt zu sich und zu den anderen zu ringen, ist die Grundbedingung für jeden, der am Gemeinschaftsleben teilhaben oder sein Pferd hier einstellen möchte. Die meisten Lebensgemeinschaften zerbrechen über kurz oder lang, weil die Bereitschaft zur regelmäßigen Supervision fehlt, und unausgetragene Konflikte und Machtkämpfe die Arbeit derer zunichte machen, die liebevoll einem größeren Ganzen gedient hatten. Dass die meisten Mitbewohner sich seit 20 Jahren kennen, miteinander arbeiten und im Frieden miteinander leben, ist der beste Beweis, dass dieses Konzept erfolgreich ist.
Die von allen geschätzte freundliche Atmosphäre hier am Samainhof, in der jeder bemüht ist, sein Bestes zu geben, in Freundschaft zu leben, in innerem Frieden mit sich zu sein und das Leben zu feiern, ist nur durch diese konsequente Arbeit möglich geworden. Die Liebe zum Dasein, zur Natur, zum Menschsein hier auf der Erde ist das, was den Hof und seine Bewohner beseelt und wofür er all die vielen Jahre in Selbsterfahrungsgruppen, in Supervisionen und Seminaren gesucht und geforscht hat. Jeder bringt hier ganzen Einsatz und gibt alles, was er hat. Bestens qualifizierte Menschen, oft mit mehreren Zusatzausbildungen, schaffen diese einzigartige Atmosphäre, in der jeder Besucher unmittelbar in Berührung mit seinem Potential, mit seinen Sehnsüchten und Träumen aber auch mit seinem Weh kommt. Was hier geschaffen wurde ist ein Leben in Verbundenheit, einen Weg aus der Getrenntheit und Vereinsamung hinein in ein Leben des Miteinanders und des Mitleidens.
Insgesamt besteht der Kreis von Menschen, die die Samainidee unterstützen und weiter tragen, aus mehr als 100 Menschen. Die Bewohner der Hofgemeinschaften in Arnleithen in der fränkischen Schweiz, in Hackelsberg, in Vilshofen/Niederbayern und in Stöckelsberg bei Altdorf gehören seit vielen Jahren zum Samainkreis und sind mit ihren Angeboten in unserem Samainhofprogramm vertreten.
Ein großartiges Team von Kindern und Jugendlichen, welches seine Freizeit bei seinen Pflegepferden und am Hof verbringt, unterstützt nach wie vor tatkräftig die Arbeit auf dem Samainhof. An den Schnuppersonntagen sind sie da und ermöglichen Kindern und Neulingen die Freude auf dem Rücken der Pferde oder begleiten ängstliche Reiter bei Ausritten. Sie sind immer da, wenn sie gebraucht werden, entwickeln sich zu brillanten Reiterinnen und haben eine erfüllende Aufgabe gefunden, mit der sie sich ganz nebenbei die Teilnahme an Reitstunden ermöglichen.
Im Wald- und Naturkindergarten erleben die Kinder unter freiem Himmel mit all ihren Sinnen die Jahreszeiten, die Tiere, den Wald mit seinen Bäumen und Pflanzen, Wiesen und Felder, Erde und Steine. Wie wichtig die Angebote des Natur- und Waldkindergartens für die Kinder sind, belegt unter anderem eine neurobiologische Studie, aus der hervorgeht, dass die so genannte Hyperaktivität eine Zivilisationskrankheit ist. Unsere Umwelt ist dem natürlichen Energiefluss eines Kindes nicht mehr gewachsen. Statt ihm Ausdrucksmöglichkeiten zu verschaffen schränken wir im Zeitalter von Computer und Handy den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder stark ein und erzeugen so Symptome wie die der „Hyperaktivität“. Dieser Hilferuf der kindlichen Seele wird dann häufig mit Medikamenten wie Ritalin zum Schweigen gebracht. Die überbordende und freudige Lebensenergie von Kindern wird unterdrückt und „beruhigt“ und zur Krankheit erklärt. Im Natur- und Waldkindergarten finden die Kinder unerschöpfliche Möglichkeiten ihren Bewegungsdrang zu stillen und ihre natürliche Lernbereitschaft und Neugierde zu entfalten. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass Schulkinder, die unseren Kindergarten besucht haben, mühelos zu reifen, selbstbewussten, kreativen und intelligenten Menschen heranreifen, die auch in der Schule bestehen.
Neuigkeiten am Samainhof
Ein besonderes Highlight im vergangenen Kindergartenjahr war die Einladung zum Parsberger Burgfest. Mit einem Streichelzoo, bestehend aus unseren Ziegen und Islandpferden, mit Kutschfahrten und Ponyführen entstanden lebendiger Kontakt und interessante Gespräche mit vielen Besuchern des Burgfestes und mündete in der Anmeldung eines neuen Kindergartenkindes.
Das Kamerateam des TV Neumarktes wurde auf die wertvolle Arbeit des Kindergartens aufmerksam und begleitete einen Vormittag lang die Gruppe von 9 Kindern. Anhand von Spielsituationen im Wald und am Hof zeigt der Filmbericht auf anschauliche Weise die naturverbundene pädagogische Arbeit und ihre Wirkung auf die Kinder. Interessierte können den Bericht herunterladen – die Internetadresse finden Sie auf unserer Homepage.
Auch reiterlich hat sich wieder viel getan. In dem Bemühen, Elemente der klassischen Reitkunst mit dem professionellen Gangpferdereiten zu verbinden, nehmen unsere Reitlehrer und Rittführer am Hof nun schon seit 3 Jahren Unterricht bei dem ausgewiesenen Spezialisten Michel Becker vom befreundeten Islandpferdezentrum Wiesenhof, der sich mit viel Anerkennung über das hohe Niveau der Hengste und dem reiterlichem Können am Samainhof geäußert hat. Auch den Kurs bei Bea Borelle, - Frau von Phillippe Karl – dem Begründer der Schule der „Legerte“ - hat unsere Reitschullehrerin Ursula Wohlfahrt in diesem Jahr weiter fortgesetzt. Frau Borelle war des Lobes voll für die tolle Dressur-Arbeit auf hohem Niveau mit Ursulas Hengst Solfari.
Die Kurse mit Günter Fröhlich – des über Deutschland weit hinaus bekannten Friesenpapstes und Veranstalters der international bekannten Pferdeshow „Zauberwald“, den wir vor 2 Jahren auf der Landshuter Pferdemesse kennengelernt haben, finden nun schon das zweite Jahr auf dem Samainhof statt. Auf seiner Internetseite hat er eine ganze Reihe Fotos über seinen Doppellongenlehrgang am Samainhof gestellt. Inzwischen verbindet uns eine tiefe Freundschaft mit ihm und wir träumen von gemeinsamen Projekten, wo wir das Gelernte vor großem Publikum vorführen werden.
Kein Wunder, dass das vergangene Sommerseminar für alle Teilnehmer reiterlich ein absolutes Highlight war – der Unterricht war durchdrungen von diesen vielen neuen Fortbildungen und Erfahrungen. Und alle Reitschüler durften unglaublich viel davon profitieren.
Mit unseren tollen Hengsten haben wir natürlich wieder gezüchtet. Und so fand auch in diesem Jahr ein Fohlenbrennen am Samainhof statt. Barbara Frische, die Richterin des IPZV, war voller Lob über die gute und liebevolle Atmosphäre am Hof, den gepflegten Zustand von Pferden und Anlage und über die besondere Verbindung unserer Pferdearbeit mit psychologisch-therapeutischem Inhalten.. Wir freuten uns über Ihr spontanes Angebot einen Kurs bei uns anzubieten, in dem sie uns mit ihrem umfassenden Wissen bei der Zucht und dem Reiten unterstützen will.
Viel Beifall durften wir auf der großen Pferde- und Fohlenschau in Neumarkt beim Jura-Volksfest mit insgesamt 3000 Zuschauern ernten, an der wir mit sage und schreibe 40 Isländern und einem vielseitigen Schaubild zum ersten Mal teilgenommen haben. Und das Ergebnis war furios, denn für die ausgeklügelte Choreographie der mehr als 30 Reiter, die wunderschönen historischen Kostüme, die spielerischen Darbietungen der Clowns und Voltigiermädchen, die perfekte Präsentation der Gangarten mit 6 prachtvollen Zuchthengsten wurden den Teilnehmern des Samainhofs durch die fachkundige Jury nicht weniger als 30 erste Preise verliehen. Insgesamt kam so die stattliche Summe von 900 Euro Preisgeld zusammen. Das Preisgeld wurde an den Trägerverein des Natur- und Waldpädagogik e.V. gespendet, um sowohl den staatlich anerkannten, öffentlichen Natur- und Waldkindergarten am Samainhof zu unterstützen als auch die naturkundlichen Aktivitäten des gemeinnützigen Vereins.
Der Traum vom Fahrsportzentrum entwickelt sich mehr und mehr. Wieder sind neue wunderschöne Kutschengespanne und frischgebackene Kutscher dazugekommen. Wie der Kutschenpapst Toni Bauer auf verschiedenen Kutschenturnieren und Kutschenpromenaden immer wieder betont, ist es eine absolute Seltenheit, dass Islandpferde vor Kutschen laufen. Der Samainhof verfügt inzwischen über sage und schreibe zwölf Kutschengespanne mit hervorragend restaurierten traditionellen Kutschen.
Unglaublich schön war das gemeinsame Erlebnis einer mehrtägigen Kutschfahrt mit insgesamt 7 Gespannen durch den Köschinger Forst und entlang des Rhein-Main-Donau-Kanals. Übernachtet wurde in Zelten. Und ein Picknickauto kam jeden Tag um Verpflegung und Zaunmaterial mitzubringen. Es waren wundervolle Tage, in denen wir viel miteinander erlebt haben, viel Spaß hatten und tief in die Natur eingetaucht sind. Und wie in den vergangenen Jahren waren wir auch dieses Mal wieder mit mehreren Gespannen bei der historischen Jagd- und Kutschenpromenade in Schloss Oberschleissheim mit dabei und hatten auch dort tolle Kontakte zu den Besuchern.
Immer mehr Menschen werden inzwischen auf unsere pädagogische Arbeit aufmerksam und nutzen die besonderen Angebote des Hofes und seiner Anbieter.
Eine sehr intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit ist mit der forensischen Klinik Parsberg und Regensburg entstanden. In der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie werden psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter behandelt. Ziel der Klinik ist es u. a., durch therapeutische Maßnahmen die Patienten auf ein selbstbestimmtes und sozial verträgliches, straftatfreies Leben vorzubereiten und sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das Ziel der tiergestützten therapeutischen Maßnahmen ist es, den Patienten Verantwortung im Umgang mit dem Tier und die richtige Dosierung an Durchsetzung und Einfühlung zu vermitteln. In regelmäßigen Abständen nahmen kleinere Gruppen an der therapeutischen Pferdearbeit im Picadero unter Anleitung von Ursula Wohlfahrt teil. Die Begegnung mit den Pferden und der Aufenthalt auf dem Hof weckte bei einigen Teilnehmern den Wunsch nach einer Praktikumsmöglichkeit. Inzwischen haben bereits zwei Bewohner ein Praktikum am Hof absolviert – ein gelungener Schritt der Integration in die Gesellschaft. Sehr dankbar äußerten sich die Praktikanten über die unvoreingenommene Behandlung, die ihnen von allen Hofbewohnern entgegengebracht wurde.
Im Oktober letzten Jahres fand erstmals die Mitarbeitertagung der Klinik Parsberg auf dem Hof statt. Weitere Termine für dieses Jahr sind bereits geplant.
Der gemeinnützige Verein, WEISSER RING der überall in Deutschland Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind, hilft und sich auch um die Angehörigen kümmert, öffentlich für die Interessen der Betroffenen eintritt und den Vorbeugungsgedanken unterstützt, hat in unserer Mitbewohnerin Monika Winter eine tatkräftige und sachkundige Mitstreiterin gefunden. Sie ist seit vielen Jahren als Leiterin der therapeutischen Abteilung für Suchtforensik und Soziotherapie in der Klinik für 'Forensische Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth tätig Durch ihre langjährige Arbeit mit Straftätern in der Forensik, wo sie sich in der kriminalpräventiven Arbeit bislang ausschließlich mit der Seite der Täter beschäftigt hatte,.ist ihr die Unterstützung der Opfer eine sehr notwendige Aufgabe, in der sie sich engagieren und ihre Erfahrungen als Psychologin, Gestalt- und Samaintherapeutin einbringen möchte. Nachdem sie im März das Grundseminar für neue Mitarbeiter besucht hatte, überreichte ihr der Außenstellenleiter Josef Haimerl die Ernennungsurkunde. Seither trifft sich der Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter regelmäßig zu seinen Besprechungen auf dem Samainhof.
So war z.B. das Wichernhaus in Altdorf mit 80 z.T. schwerst körperbehinderten Bewohnern und 30 Mitarbeitern dank großzügiger Sponsoren zu einem ganz besonderen Tagesevent auf dem Samainhof. In langen,. liebevollen Vorgesprächen entwickelte unsere frischgebackene Veranstaltungmanagerin Govinda Keil gemeinsam mit den Verantwortlichen des Wichernhauses diesen besonderen Tag, an dem die Träume der Bewohner verwirklicht werden sollten. So wurde der Traum der Jungs, von einer bekannten Persönlichkeit aus dem Fussballsport trainiert zu werden, Wirklichkeit, da es uns gelang, den Fussballtrainer Oliver Zettl für diesen Tag zu gewinnen. Den Mädchen wurde der Wunsch nach einem Schönheitsstudio mit Schminken, Einkleiden und Modenschau erfüllt. Und ein Kletterprofi brachte den besonders Mutigen bei, wie man sich abseilt. Die wunderschöne Stimmung beim abschließenden Grillfest mit Livemusik war die Krönung dieses wundervollen Tages, bei dem manches Auge vor Rührung feucht wurde angesichts der vielen strahlenden und glücklichen Gesichter– noch am gleichem Abend entschied das Sponsorenehepaar, diesen Ausflug nun jedes Jahr zu wiederholen. Was für ein tolles Ergebnis!
Das Jugendamt Regensburg veranstaltete seinen alljährlichen Pflegeelterntag auf dem Samainhof. Während die insgesamt 80 Pflegekinder einen erlebnisreichen Nachmittag mit Naturwanderung, Ponyreiten, Schminken und Schnitzeljagden verbrachten, machten es sich die Pflegeeltern einstweilen bei Kaffee und Kuchen im schönen Cafe gemütlich. Einige Pflegemütter nahmen das Angebot in Anspruch, sich bei Shiatsu zu entspannen. Andere Jugendämter, die schon neugierig auf den Bericht der Regensburger Kollegen gewartet haben, kündigten Ihr Interesse für einen Besuch mit gleichem Hintergrund an.
Der ambulante Betreuungsdienst Neumarkt kam mit 20 erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung und ermöglichte Ihnen einen aufregenden Tag mit unseren Isländern – der ganze Hof nahm Anteil an der großen Freude und Aufregung der Besucher und an den vielen bewegenden Begegnungen von Mensch und Pferd.
Um der steigenden Flut von Anfragen für Veranstaltungen auf dem Samainhof gerecht zu werden, hat Govinda Keil mit viel Freude und Engagement das Veranstaltungsmanagement am Hof übernommen. In ausgiebigen Gesprächen mit den Interessenten nimmt sie sich viel Zeit, um für alle Wünsche und Vorstellungen einen optimalen Rahmen zu entwickeln – dass ihr das hervorragend gelingt, haben die gelungenen Events im vergangenen Jahr bewiesen. Wenn Sie ein besonderes Fest im Rahmen Ihrer Familie, Ihres Betriebes oder Vereines feiern wollen, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an sie!
Erstmals in diesem Jahr werden wir mit unserer besonderen Form der therapeutischen Arbeit mit den Islandpferden auf dem Therapie- und Naturheiltag in Neumarkt vertreten sein. Die Initiatoren kamen im letzten Jahr zu uns auf dem Hof und luden uns sehr herzlich dazu ein, unser beeindruckendes Angebot in diesem Forum der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Der größte Höhepunkt wird in diesem Jahr das 30 jährige Jubiläum unseres Sommerseminars sein. Wer Lust hat mit uns zu feiern, sei schon jetzt ganz herzlich zu den Galanachmittagen eingeladen – oder – noch viel besser- zu 3 tollen Wochen Sommerseminar, wo man das Herzstück und die Grundlagen unserer Samainarbeit am intensivsten erleben kann!
All das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Und wir sind voller Vorfreude und Spannung, was das neue Jahr bringen wird. Danke allen, die im vergangenen Jahr mitgewirkt und sich an den vielen Angeboten und Erlebnissen beteiligt haben. Wir sind gespannt was das neue Jahr bringt.
Es gibt soviel zu tun. Das Ausmaß der Umweltzerstörung wächst von Jahr zu Jahr. Durch das Computerzeitalter entfernen sich die Menschen und besonders die Kinder in rasender Geschwindigkeit von der Verbindung zur Natur und verlieren jeglichen Kontakt zum Wesentlichen. Wenn nicht viele Menschen sich gerufen fühlen aufzuwachen und an einer größeren Vision mitzuwirken, wird uns sehr bald der Platz zum Leben in aller Menschlichkeit verloren gehen.
Euer Samainhofteam
Komm nachhause!
Lächerlich, die Natur als Herausforderung zu sehen.
Die Natur ist unser eigentliches Zuhause.
Lasst uns von den Tieren lernen, für sie ist sie „Zuhause“.
Drum trete ein in Dein Zuhause, die Natur.
Trete in Harmonie mit Dir, dem Pferd, mit uns, der Welt!
Wir haben diese herrliche Existenz – unverdient!
Wir finden uns plötzlich inmitten von Blumen und Vögeln,
Umgeben von diesen herrlichen Abermillionen von Sternen,
Umspült vom tiefen Blau der Ozeane.
Umtanzt von der unendlichen Vielfalt des Lebens.
Was sollen wir anderes tun, als zu feiern!?
Was sollen wir anderes tun, als uns gegenseitig die Augen zu öffnen,
Uns gegenseitig ermahnen, dieses Glückes würdig zu werden,
Voller Achtung, staunend alle Wunder zu erkennen!?
Endlich zuhause zu sein!
(Sepp Schleicher, Text zum 30. Sommerseminar)
Zuletzt aktualisiert: 28.12.2012 |